Schuhe…

4 Wochen sind es noch bis Duisburg und seit geraumer Zeit mache ich mir nun schon Gedanken, mit welchen Schuhen ich meinen ersten Marathon laufen soll. Viel habe ich dazu gelesen (auch wenn ich weniger fand, als ich gedacht hätte), habe mich bei alten Hasen umgehört (hier besonderen Dank an Jens, der mich auf unseren Läufen an seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz teilhaben lässt) und natürlich habe ich mich auch in der sehr guten und überaus angenehmen G+ Community umgehört…

Trotzdem bin ich bis heute noch zu keinem Entschluss gekommen und grübel und forsche noch immer.

Allein aus diesem Grund dachte ich mir, dass es schon einen eigenen Blogbeitrag wert ist.

Wo stehe ich also?

Die Frage, die sich stellt ist, laufe ich den Marathon in meinen gut gedämpften Trainingslatschen oder in speziellen Wettkampfschuhen?

Der Schuh sollte nicht zu schwer sein, schließlich bedeuten 100 g mehr pro Schuh grob gerechnet mehr als 4 Tonnen, die zusätzlich bewegt werden wollen. Wettkampfschuhe sind hingegen zwar wesentlich leichter, büßen das dafür aber in der Dämpfung ein – es geht also mehr auf die Knochen…

Was ist für mich als Rookie jetzt erheblicher?

Kostet das zusätzliche Gewicht Kraft, die ich vielleicht nicht habe oder killt mich am Ende das mehr an orthopädischer Belastung?

Bestandsaufnahme. Die folgenden Rappen des Schusters befinden sich derzeit in meinem Laufstall:

Brooks Adrenaline GTX, 410 Gramm

Mein Winterlaufschuh, eine Granate. Mit diesem Schuh würde ich überallhin laufen. Allerdings mit über 400 Gramm ein echter Klopper und Anfang Juni dürfte die Goretex-Membrane für Suptropisches Schuhklima sorgen. Vom Sitz her wäre er meine Wahl, die beiden oben genannten Gründe sind aber sein K.O.

Asics GT-2170, 367 Gramm

Unser Verhältnis ist gespalten. Generell ein sehr bequemer Schuh, der auch schon die 30+ mitgemacht hat – der aber auch, nachdem er einmal nass geworden ist, ein paar Läufe lang für Blasen gesorgt hat. Ausserdem ist er ebenfalls kein Leichtgewicht.

Saucony Guide 5, 320 Gramm

Ein echter Apirant auf das Rennen. 90 Gramm weniger als der Adrenaline GTX ist eine echte Hausnummer. Die geringere Sprengung von 8 mm läuft sich sehr angenehm. Allerdings hat der Schuh erst 50 Km auf dem Buckel und ihm fehlt der Langstreckentest. Was mich ein wenig skeptisch macht ist, dass er sich sehr weich anfühlt im Vergleich zu dem recht straffen Brooks.

Brooks Pure Cadence, 285 Gramm

Mein neuer Liebling auf der Kurzstrecke und vom Gewicht her der Idealfall. Die Dämpfung ist gut, solange man auf dem Mittelfuß bleibt. Wenn mit der Müdigkeit der Fersenlauf kommt, könnte die ungewohnte 4 mm Sprengung vielleicht ein Problem sein. Längere Strecken als 12 km bin ich mit diesem Schuh noch nicht gelaufen.

Alle Schuhe wurden gewogen bei einer Größe von 46 (12), vielleicht hier und da noch mit ein paar Gramm Schlamm…

 

Nun zu den Paaren, mit denen ich aktuell liebäugel (Gewichtsangaben stammen aus dem Netz):

Brooks Adrenaline GTS, ~380 Gramm

Die normale Variante meiner GTX. Durch die nicht so grobe Sohle und leichteres Obermaterial ein paar Gramm leichter, aber immer noch kein Leichtgewicht. Dafür aber ein Schuh, den ich dank des GTX blind kaufen würde.

Brooks Racer ST 5, 244 Gramm

Nach eigenen Angaben ein Schuh, der für den Marathon gemacht ist. Leicht, aber mit Dämpfung – ob das der goldene Mittelweg ist und Stütze so wie Dämpfung ausreichen?

Brooks Ravenna 4, 320 Gramm

Der Ravenna nähert sich dem Spagat von der anderen Seite. So wie der Racer als Lightweight Dämpfung und Stütze als Mitgift bekommen hat, ist der Ravenna von Hause aus ein Stabilschuh, der auf ein niedriges Gewicht getrimmt worden ist. In einem Test hieß es, dass die Passform dem Adrenaline sehr ähnlich ist, was mich sehr neugierig macht.

 

Die Eingangs gestellte Frage kann ich so ohne weiteres nicht beantworten – und vielleicht auch erst dann, wenn ich es selbst probiert habe.

Ich werde in den nächsten Tagen wohl meinem Local Dealer einen Besuch abstatten um meine Favoriten zu testen – und natürlich auch um mir über meinen kleinen Horizont hinaus vielleicht auch einen ganz anderen Schuh empfehlen zu lassen. Es muss nicht zwingend ein Brooks sein, hier bleibe ich derzeit nur immer wieder hängen, weil bislang jedes Paar wie angegossen passte.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass ich derzeit nur Schuhe mit Pronationsstütze laufe, um meine Plattfüsse etwas zu stützen. Als ich vor 2 Jahren wieder anfing zu laufen begann ich mit einem Brooks Dyad mit angepassten Einlagen, ohne die ich mittlerweile aber gut auskome.

Für weitere Ratschläge und Denkanstösse bin ich übrigens jederzeit sehr empfänglich und dankbar!

Thomas

Ich bin begeisterter Läufer, bevorzugt auf langen Strecken in der Natur. Auf Lennetaler.de schreibe ich primär über diese Leidenschaft, aber auch über alles was mir draußen und sportlich sonst noch Spaß macht.

Ein Gedanke zu „Schuhe…

Schreibe einen Kommentar